Gesundheitssituation Jugendlicher in England in Zeiten von Covid-19: National Youth Agency veröffentlicht paper 'Out of Sight?' (02.06.2020)

Die National Youth Agency (NYA) in England hat in einem neuen Paper eine klare Strategie gefordert, wie junge Menschen aus den Lockdown-Maßnahmen wieder herausgeholt werden können.

In dem Paper 'Out of Sight? Vulnerable Young people: Covid-19 Response' (PDF Englisch, 1,6 MB) werden die Sorgen und Bedürfnisse junger Menschen hervorgehoben, die durch das zu Hause bleiben und die weiteren Maßnahmen, die aus der Pandemie resultieren, verursacht wurden. Die NYA fordert für alle jungen Menschen eine klare Ausstiegsstrategie aus den Beschränkungen, die mehr umfasst als nur die Wiedereröffnung von Schulen. Anlaufstellen für Jugendliche, Jugendinformationsdienste und -zentren wurden bisher nicht ausreichend bei der Rückkehr zu einem normaleren Leben berücksichtigt, sondern stattdessen z.B. Jugendsozialarbeiter beurlaubt oder an anderen Stellen eingesetzt.

Die drei größten Bedenken in Bezug auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sind:

  • Erhöhte psychische Gesundheitsprobleme: Über eine Million junge Menschen haben selbst psychische Gesundheitsprobleme angegeben. Die Anzahl der Anrufe bei Help Lines nimmt zu. 84% berichten von einer schlechteren psychischen Gesundheit nach Schulschließungen oder sie haben keinen Zugang mehr zu psychischer Unterstützung.
  • Fehlen von Bildung: Da die Schulen nur teilweise geöffnet und die Jugendzentren geschlossen sind, sind derzeit nur 5% der jungen Menschen in der Schule beschäftigt und haben nur eingeschränkten oder keinen Zugang zu Jugendarbeit. Selbst wenn die Schulen wieder geöffnet werden, sind 700.000 junge Menschen dauerhaft abwesend oder NEET (nicht in Bildung, Beschäftigung oder Ausbildung).
  • In Gefahr zu Hause: Über eine Million junge Menschen sind durch eines der sogenannten „toxischen Trios“ aus Sucht, psychischer Gesundheit und häuslicher Gewalt gefährdet. Trotzdem sind Anfragen im Bereich des Kinderschutzes um 50% gesunken.

Der Bericht thematisiert ebenso Obdachlosigkeit, Selbstverletzung und Selbstmord, Armut sowie eine Reihe anderer riskanter Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen in potenziell unsicheren Umgebungen.

Die Zielgruppe, über die berichtet wird, sind Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 19 Jahren.

Quelle: National Youth Agency