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Projektdokumentation

In der Projektdokumentation findet sich eine Vielzahl ausgewählter Projekte der internationalen Jugendarbeit. Die Beispiele sollen Anregungen, konkrete Hinweise und direkte Kontakte geben. Nachahmen erwünscht!

Die Angst vor dem Fremden - Ein grenzenloses Miteinander

Kontakt

Schule der Künste Schwerin e.V.
Ansprechpartner: Holger Reschke

Fon: 0385 5815699
kontakt(at)sdkev.de
http://www.sdkev.de

Projektart

Jugendbegegnung

Projektzeitraum

15.07.2007 - 29.07.2007

Projektort

Schwerin (Deutschland)

Ebene

binational

Teilnehmerprofil

40 Jugendliche aus Deutschland und Frankreich, Alter 17-23 Jahre


Kurzbeschreibung

Wer an Grenzen denkt, stellt sich Betonmauern, Stacheldrahtzäune und grimmige Grenzbeamte vor. Doch diese sichtbaren Grenzen verschwinden so langsam in Europa. Die Grenzen sind schlauer geworden. Sie verstecken sich in vielen unverständlichen Sprachen, in großen Entfernungen, im oft demotivierenden Umfeld, in gespürter Chancenlosigkeit und in der Angst vor dem Fremden. Der Herausforderung, diese Grenzen zu überwinden, stellten sich fünfzig Jugendliche aus Marseille, Duisburg und Schwerin im Jugendkulturprojekt „Ein grenzenloses Miteinander“. Durch verschiedene künstlerische Aktionen und Erlebnisse wollten sie bestehende Barrieren überschreiten und gemeinsam für ein Ziel eintreten – eine Welt ohne Intoleranz und Rassismus.

In den vierzehn Tagen dieser Jugendbegegnung stand die Zusammenarbeit mittels künstlerischer und kulturpädagogischer Arbeitsformen im Vordergrund. Die international gemischten Gruppen haben in einer Woche verschiedene künstlerische Beiträge für ein interdisziplinäres Bühnenprogramm vorbereitet.

Ein wesentlicher Anspruch an interkulturelles Lernen in internationalen Jugendbegegnungen ist es, im Projekt vorhandenes Lernpotential aufzugreifen und zu nutzen. Auslöser hierbei sind oft in der Gruppe selbst zu finden - sei es auch noch so lapidar, wie das andere Essverhalten, kulturell geprägte Vorurteile oder „komisch“ erscheinende Rituale und Traditionen. In der Interaktion zwischen den Teilnehmenden kommen Situationen zum Vorschein, in denen verschiedene interkulturelle Auffassungen „aufeinander prallen“. Sie äußern sich durch Spannungen in der Gruppe, Missverständnisse oder Konflikte.

Es gibt aber auch Lernpotenziale, die aus dem Umfeld des Projekts auf die Gruppe wirken. Auch wenn es etwas seltsam klingt, der rassistische Überfall auf die Gruppe am zweiten Tag des Projekts, hat den Gruppenprozess unterstützt und Lernerfahrungen ermöglicht. Jedoch nur weil die Fachkräfte und Organisator(inn)en das einzig Richtige getan haben – sich mit dem Geschehenen in der Gruppe auseinander zu setzen. Sie haben nicht versucht, die Teilnehmenden „zu schützen“, in dem man „alles regelt“ und offenen Gespräche über Angst und Unsicherheit meidet. Nicht nur die Erfahrung, sondern vor allem ihre pädagogisch angeleitete Reflexion, trägt zum interkulturellen Lernen bei. Genauso lobenswert ist die Tatsache, dass die Veranstalter/-innen der Verführung standhalten konnten, den Lernprozess und die Bedürfnisse der Teilnehmenden, trotz der enormen Aufmerksamkeit der nationalen und internationalen Medien, in den Vordergrund zu stellen.

Methoden

Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit, sich in zahlreichen Kunstsparten auszuprobieren und gemeinsam eine Vorstellung auf der Freilichtbühne in Schwerin auf die Beine zu stellen. Unterstützt von Fachleuten haben sie ebenso in Eigenregie eine Webpräsentation, einen Dokumentarfilm und eine CD erstellt. Der Weg führte die deutschen und französischen Teilnehmenden durch Diskussionen, Auseinandersetzungen und ließ sie in die Welt der Jugendkultur mittels Theater, orientalischem und modernem Tanz, Rap, Hip-Hop, Audiobearbeitung, Video, Malerei, Grafik und plastischem Gestalten eintauchen.

Rahmenbedingungen: Während der Begegnung standen den Teilnehmenden engagierte Jugendarbeiter/-innen, hilfsbereite Sprachassistent(inn)en und erfahrene Künstler/-innen zur Seite.

Finanzierung

Deutsch-Französisches Jugendwerk, Landesmittel, Sonstige

Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

Kooperationspartner

Association de Promotion de Iagémerie Socio-Alternative, Marseille (Frankreich)