Aktionsfelder im Kinder- und Jugendbereich - Schweiz

Hier gibt's Infos zu den Aktionsfeldern im Kinder- und Jugendbereich in der Schweiz. Mehr lesen unter

Bildung und Beschäftigung

Bildung
Beschäftigung

Bildung

Informationen zum Bildungssystem in der Schweiz unter www.bildung-weltweit.de und in der Europäischen Enzyklopädie zu nationalen Bildungssystemen EURYPEDIA unter https://webgate.ec.europa.eu/fpfis/mwikis/eurydice/index.php/Schweiz:Überblick.

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Beschäftigung

Die allgemeine Arbeitslosenquote lag im Mai 2014 bei 3,0%. Bei den 15- bis 24-jährigen waren es im gleichen Monat 2,6%.

In der Schweiz herrschen Ausbildungen in Betrieb und Berufsfachschule (duales System) vor. Daher verfügen Ausbildungen on der Schweiz über einen hohen Praxisbezug. Die Ausbildungen orientieren sich an tatsächlich nachgefragten Berufsqualifikationen und an den zur Verfügung stehenden Arbeitsplätzen. Durch diesen direkten Bezug zur Arbeitswelt weist die Schweiz im Vergleich zu anderen europäischen Ländern die niedrigste Jugendarbeitslosigkeitsquoten auf (Stand Juli 2014).

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Gesundheit und Wohlbefinden

Gesundheit
Sport

Gesundheit

Geburtenstatistik
Die Geburtenrate liegt bei 10,3 pro 1000 Einwohner. Damit liegt die Schweiz ziemlich genau im europäischen Durchschnitt von 10,4 (Stand 2012).

Illegale Drogen
Seit dem Ende der 60er Jahre ist der Konsum von harten und weichen Drogen ein viel diskutiertes Thema. Am weitesten verbreitet ist der Konsum von Cannabis. Im europäischen Vergleich gehört die Schweiz zu den Ländern mit dem höchsten Cannabiskonsum.

Laut einer im Jahre 2012 durchgeführten Umfrage des Bundesamtes für Gesundheit sagten 25% der über 15-jährigen bereits Erfahrungen im Konsum von Cannabis gemacht zu haben. Allerdings lag der Anteil der Personen, die in den letzten 12 Monaten Cannabis konsumierten mit 6,3% deutlich niedriger. 3,2% sprachen von aktuellem Konsum (innerhalb der letzten 30 Tagen).

In der Schweiz gibt es schätzungsweise eine halbe Million Menschen, die jährlich insgesamt rund 100 Tonnen Hasch und Marihuana konsumieren.

Tabak
Gemäß einer Umfrage von 2012 greifen 19,4% der 15-jährigen Jungen und 15,2% der gleichaltrigen Mädchen zur Zigarrette.

Seit Beginn des neuen Jahrtausends hat der Anteil der Raucher/-innen in der Schweiz aber insgesamt abgenommen. Dies könnte unter anderem an dem seit Mai 2012 geltenden Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen liegen, nach dem alle geschlossenen Räume, die öffentlich zugänglich sind oder mehreren Personen als Arbeitsplatz dienen, rauchfrei sein müssen. Erlaubt ist in der Schweiz allerdings auch weiterhin ein Rauch in abgetrennten Raucherräumen, im Freien und in privaten Haushalten. 

Öffentliche Verkehrsmittel sind bereits seit Ende 2005 rauchfrei, in Teilen der meisten Bahnhöfe darf aber weiterhin geraucht werden.

Alkohol
In der Schweiz darf an Jugendliche ab 16 Jahren Bier und Wein, ab 18 Jahren auch hochprozentiger Alkohol verkauft werden.

In der Schweiz ist Alkohol ähnlich wie in Deutschland ein traditioneller, fest verankerter Bestandteil der Kultur. In einer Umfrage von 2012 gaben neun von zehn Schweizer(inne)n ab 15 Jahren an, zumindest gelegentlich Alkohol zu trinken. In einer repräsentativen Schülerbefragung aus dem Jahr 2010 gaben 20% der 11-jährigen an, bereits Erfahrungen mit Alkohol gemacht zu haben.

Fachstellen
Die  Internetseite Sucht Schweiz (www.suchtschweiz.ch) informiert über legale und illegale Drogen und verscuht durch Aufklärungskampagnen Suchtprobleme vorzubeugen.

Das Blaue Kreuz (www.blaueskreuz.ch) ist eine international tätige Organisation der Suchthilfe, spezialisiert auf Alkohol. In einzelnen Kantonen gibt es spezielle Jugendsekretariate.

Projekt Realize it 
Seit 2004 gibt es das deutsch-schweizerische Projekt Realize it (www.realize-it.org) gegen Cannabismissbrauch und Cannabisabhängigkeit, das sich an junge Leute richtet, die aufgrund von regelmäßigem und starkem Cannabiskonsum unter ernsthaften Störungen leiden.

Quelle: www.suchtmonitoring.ch

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Sport

Aufgrund des neuen Bundesgesetzes zur Förderung von Turnen und Sport wurde 1972 der Vorunterricht von "Jugend und Sport" abgelöst. Der Sportbereich Jugend + Sport (J+S, www.jugendundsport.ch) des Bundesamts für Sport gestaltet und fördert jugendgerechten Sport, ermöglicht Jugendlichen, Sport ganzheitlich zu erleben und mitzugestalten, unterstützt unter pädagogischen, sozialen und gesundheitlichen Gesichtspunkten die Entwicklung und Entfaltung junger Menschen. Der Bund und die Kantone führen - in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Verbänden - die Institution J+S.

J+S besitzt keine rein militärische Bindung mehr. Unter der Gesamtleitung der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen bezweckt die Institution auf freiwilliger Basis Jugendliche beiderlei Geschlechts vom 10. bis zum vollendeten 20. Lebensjahr zahlreiche Sportarten altersgerecht und ganzheitlich erleben und mitgestalten zu lassen. Vielfältige modulare Aus- und Weiterbildungsangebote sorgen für fundierte Ausbildung der Leitenden beziehungsweise gewährleisten deren obligatorische Weiterbildung. Etwa 105.500 J+S-Leitende verfügten 2004 über eine gültige Anerkennung in einer oder mehreren der 75 Sportarten. 377.200 Jungen und 212.800 Mädchen wurden in 47.700 Kursen und Lagern unterrichtet, wobei sich Fußball (162.000 Teilnehmende), Wintersport (137.000) und Ferienlager/Trekking (84.200) als populärste Disziplinen auszeichnen.

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Partizipation und Citizenship

Politische Bildung
Freiwilliges Engagement

Politische Bildung

Erste Jungparteien, in denen sich schweizer Jugendliche politisch beteiligten, wurden 1929 mit der Liberalen Jugend der Schweiz und 1931 mit dem Bund der Schweizer Jungkonservativen gegründet.

Die Jugendsession (www.jugendsession.ch) ist im weitesten Sinne ein Projekt zur Förderung der (politischen) Partizipation von Jugendlichen. Die Projektleitung liegt bei der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV, www.sajv.ch). Sie will den Jugendlichen in der Schweiz Gehör verschaffen und auf jugendpolitische Anliegen aufmerksam machen, aber auch die Meinungen der Jugendlichen zu anderen Themen in die Alltagspolitik einbringen. Die jährlich stattfindende, dreitägige Veranstaltung in Bern ist den Sitzungen des schweizerischen Parlaments nachempfunden. Die 200 jugendlichen Teilnehmer/-innen im Alter von 14 bis 21 Jahren (ebenso viele wie es "echte" Nationalräte, zu deutsch: Abgeordnete, gibt) führen eine politische Debatte zu bestimmten Themen durch und beenden die Sitzung mit der Verabschiedung einer Petition, die jeweils den National- oder Ständeratspräsidenten/-präsidentin übergeben wird. Nach der Übergabe der Petition an das Parlament tritt die Gruppe Forum Jugendsession in Aktion. Sie hat zum Ziel, durch Kontakte mit den relevanten Behörden und politisches Lobbying die Umsetzung der eingereichten Petitionen zu erreichen. Organisiert wird die Jugendsession von einem Organisationskomitee ehrenamtlich arbeitender Jugendlicher. Die Jugendsession wird finanziell vom Bund unterstützt. Über Inhalte entscheiden Organisationskomitee und Forum Jugendsession gemeinsam - unabhängig von Bundesstellen werden also die Themen von Jugendlichen fixiert. Ansprechpartnerin für die inhaltliche Umsetzung ist die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ, siehe Kinder- und Jugendpolitik-Grundlagen und Strukturen > Kinder- und jugendpolitische Strukturen > Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen). Sie steht dem Organisationskomitee und dem Forum Jugendsession mit beratender Stimme zur Seite.

Links
Portal zur politischen Bildung in der Schweiz: www.politischebildung.ch

Beitrag zum Demokratieverständnis Schweizer Jugendlicher: www.beobachter.ch/dossiers/jugend-pubertaet/artikel/demokratieverstaendnis_null-bock-auf-politik

Reader zur "Jugendbeteiligung vor Ort" mit internationalen Praxisbeispielen aus der Schweiz, Finnland, den Niederlanden, Großbritannien und Frankreich. IJAB Bonn, 2012. Download hier.

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Freiwilliges Engagement

Freiwilliges Engagement hat in der Schweiz einen hohen Stellenwert. Im Jahr 2010 übte ein Drittel der schweizer Wohnbevölkerung mindestens eine institutionalisierte oder informelle Freiwilligentätigkeit aus.

Institutionalisierte Freiwilligentätigkeit
Im formellen Freiwilligenbereich engagieren sich vor allem Personen, die aufgrund ihrer Ausbildung, teilweise aber auch aufgrund ihres Alters oder ihrer Familien- oder Erwerbssituation besondere Qualifikationen mitbringen und gesellschaftlich gut integriert sind. Bei den Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahre engagieren sich 21,3% der männlichen und 16% der weiblichen Jugendlichen im institutionalisierten Bereich. Über 80% der Freiwilligen geben dabei an, dass sie sich freiwillig betätigen, weil ihnen die Arbeits Spaß macht. 74% betrachten ihr Engagement als gute Möglichkeit, zusammen mit anderen Menschen etwas bewegen zu können. 67% möchten anderen Menschen helfen und 61% beurteilen das Zusammenkommen mit Menschen als wichtige Motivation.

Bei der regionalen Verteilung der Personen, die sich im institutionalisierten Freiwilligenbereich betätigen, ist auffällig, dass der Anteil der freiwillig und ehrenamtlich Tätigen in der deutschsprachigen Schweiz deutlich größer ist als in den französischen und italienischen Sprachgebieten. Außerdem ist die Beteiligungsquote in ländlichen und eher kleineren Gemeinden mit weniger als 2.000 Einwohner/-innen höher als in städtischen und erlativ großen Gemeinden.

Informelle Freiwilligenarbeit
Zu der informellen Freiwilligenarbeit zählen Nachbarschaftsdienste wie Hausarbeiten, Transporte oder Gartenarbeiten, Pflege und Kinderbetreuung. Anders als im Bereich der institutionalisierten Freiwilligenarbeit engagieren sich im informellen Bereich mehr Frauen als Männer ehrenamtlich, im schweizer Durchschnitt ist dies rund jede sechste Person. Bei den Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren leisten 12,1% der männlichen und 13,9% der wiblichen Jugendlichen freiwillige Arbeit.

Auch bei der informellen Freiwilligenarbeit zeigen sich Unterschiede zwischen den Sprachregionen, allerdings sind diese weniger deutlich als im Bereich der institutionalisierten Freiwilligenarbeit. Auch im informellen Bereich engagieren sich Personen mit wohnhaft in der deutschsprachigen Schweiz häfiger als in den Schweizer aus den französisch- und italienischsprachigen Gebieten. 

Ebenso verhält es sich mit den Unterschieden zwischen Stadt- und Landbevölkerung. Auch im Bereich der informellen Freiwilligentätigkeit lassen sich in den ländlichen Gebieten höhere Beteiligungsquoten erkennen als in größeren Gemeinden und Städten, allerdings ist der Unterschied weniger ausgeprägt als im institutionalisierten Bereich.

Die komplette Studie der Schweizerischen Eidgenossenschaft als PDF.

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Kultur und Kreativität

Kulturförderung ist ein wichtiger Handlungsbereich des Bundes im Bereich Kultur. Der Bund führt eigene Einrichtungen und unterstützt Dritte im Kulturschaffen. Art und Weise der Kulturförderung unterscheiden sich je nach Bereich des Kulturschaffens. Abhängig vom jeweiligen Bereich des Kulturschaffens ist auch, welche Stelle für dessen Förderung zuständig ist. Wichtigste Anlaufstelle ist zunächst das Bundesamt für Kultur (www.bak.admin.ch).

Die Friedl Wald Stiftung (www.friedlwald-stiftung.ch) vergibt Stipendien für Student/-innen in den Bereichen Musik und Schauspiel. Die Ausschreibungen der Stipendien laufen über die Ausbildungsstätten, bei denen sich die Student/-innen bewerben können.

Links
www.kulturfoerderung.ch - Informationen zur Kulturförderung 
www.kuverum.ch - praxisorientiertes Netzwerk KUVERUM zur Kulturvermittlung / Museumspädagogik
www.kultur-vermittlung.ch - umfassende Plattform für Kulturvermittlung in der Schweiz. Macht die Vermittlungslandschaft in allen Sparten sichtbar, bringt Angebot und Nachfrage im schulischen wie im ausserschulischen Bereich zusammen, vernetzt Fachpersonen und regt die Diskussion rund um Kulturvermittlung an.

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Integration und Inklusion

Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Jugendsozialarbeit und Hilfen für Kinder
Inklusion

Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Die soziale Integration von Migrantinnen und Migranten ist in der Schweiz als "Einwanderungsland" ein wichtiges Thema. Immerhin haben rund ein Drittel der in der Schweiz lebenden Jugendlichen einen Migrationshintergrund, knapp ein Viertel der unter 25-jährigen hat keinen Schweizer Pass und bei fast jeder zweiten Ehe, die in der Schweiz geschlossen wird, hat mindestens einer der Partner nicht die schweizer Nationalität.

Soziale Integration bedeutet für die in der Schweiz lebenden Ausländer/-innen, dass sie am öffentlichen Leben teilhaben. Die Integrationsmaßnahmen sind je nach Bereich (Schule, Arbeitsplatz, Gemeinwesen, etc.) unterschiedlich.

Seit 1. Januar 2014 regeln Bund und Kantone die spezifische Integrationsförderung im Rahmen von kantonalen Integrationsprogrammen (KIP). Mehr Infos dazu unter www.bfm.admin.ch//content/bfm/de/home/themen/integration/politik/weiterentwicklung.html.

Das Bundesamt für Migration (BFM, www.bfm.admin.ch) ist zuständig für alle ausländer- und asylrechtlichen Belange in der Schweiz. Es regelt, unter welchen Bedingungen jemand in die Schweiz einreisen und dort leben und arbeiten darf – und es entscheidet, wer Schutz vor Verfolgung erhält. Das Amt ist zudem Koordinationsorgan für die Integrationsbemühungen von Bund, Kanton und Gemeinden und ist auf Bundesebene für Einbürgerungen zuständig. Es informiert unter anderem zu den Themen Ausländer, Asyl, (illegale) Migration und Auswanderung. Das BFM betreibt das Jugendweb (www.jugendweb.asyl.admin.ch) mit Hintergründen und Informationen zu Migration und Asyl in der Schweiz. Die Seite enthält auch Tools und Spiele für die Bearbeitung dieser Themen in Schule und außerschulischem Bereich.

Die Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen (EKM, www.ekm.admin.ch) wurde vom Bundesrat am 1. Januar 2008 eingesetzt, entstanden aus dem Zusammenschluss der früheren Ausländerkommission und der Kommission für Flüchtlingsfragen. Die EKM ist eine außerparlamentarische Kommission. Sie berät den Bundesrat und die Verwaltung in Migrationsfragen und veröffentlicht Berichte, Stellungnahmen und Empfehlungen. Die derzeitigen Mitglieder sind bis 2015 gewählt. Knapp die Hälfte der Mitglieder hat einen Migrationsbezug.

Aktuell wird in der Schweiz der Vorschlag des Bundesrats diskutiert, Jugendlichen aus Familien, die sich nicht rechtmäßig in der Schweiz aufhalten (Sans-Papiers), eine Aufenthaltsbewilligung zu geben, um eine Berufslehre zu absolvieren.
(Quelle: www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&msg-id=43658, gesehen 6.3.12)

Links

Jugendsozialarbeit und Hilfen für Kinder

Die offene Jugendarbeit ist in der Schweiz nach 1968 in Konkurrenz und als Ergänzung zur verbandlichen Jugendarbeit entstanden, als die Jugendverbände wegen ihrer hierarchischen Strukturen kritisiert wurden. In der Schweiz umfasst sie derzeit folgende Inhalte:

Der Dachverband offene Jugendarbeit (DOJ, www.doj.ch) fördert und koordiniert die offene Jugendarbeit und die soziokulturelle Animation im Jugendbereich in der Schweiz. Er vertritt die Interessen offener Jugendarbeit auf nationaler, internationaler und überregionaler Ebene, unterstützt die Jugendarbeitenden und Trägerschaften, macht Synergien nutzbar und vermeidet Doppelspurigkeiten durch Wissenstransfer und gemeinsame Entwicklungsarbeit. Er entwickelt die Methoden und Angebote in diesem Feld ständig weiter und fördert und sichert eine hohe Qualität in der geleisteten Arbeit.

Akteure der offenen Jugendarbeit

Überblick über die offene Jugendarbeit in der Schweiz: www.jugendarbeit.ch/ja/default.php.

Kinder und Jugendliche können sich bei auftretenden Problemen an die nationale Telefonhilfe (www.147.ch) mit der Rufnummer 147 wenden. Hier können sie anonym und vertraulich über Erlebtes sprechen. Hinter diesem Service steht der Verein Pro Juventute (www.projuventute.ch), eine private und unabhängige Stiftung.

Weitere offizielle kantonale Anlaufstellen, an die sich junge Menschen in Notlagen wenden können sind: Jugendämter, Jugendgesundheitsstellen, Ämter für Jugendschutz, medizinisch-pädagogische Amtsstellen, Vormundschaftsbehörden, Kinderpsychiatrie, Sozialdienste, Spitäler, Opferhilfe-Beratungsstellen, Polizei, Kindernotruf, schulärztliche und schulpsychiatrische Dienste. Die Adressen dieser Einrichtungen stehen zum Beispiel auf der Jugendinformations- und e-Beratungsseite www.tschau.ch. Diese Seite wird ebenfalls vom Verein Pro Juventute betrieben und von der Gesundheitsförderung Schweiz (http://gesundheitsfoerderung.ch) sowie dem Bundesamt für Gesundheit (www.bag.admin.ch) finanziert.

Das Schweizer Zentrum für Heil- und Sonderpädagogik (www.szh.ch) ist eine private nationale Fach- und Dienstleistungsstelle für Fragen der Heil- und Sonderpädagogik in der Schweiz. Sie berät und begleitet die Behörden, die Fachwelt und die interessierte Öffentlichkeit in Fragen zu Bildung, Entwicklung und Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen und mit besonderem Bildungsbedarf. Es fördert den Austausch zwischen Wissenschaft, Behörden und Praxis, zudem analysiert und erklärt es verschiedene Positionen der Heil- und Sonderpädagogik und entwickelt daraus Perspektiven und Konzepte. Ein weiterer Bestandteil ist die Erstellung von Informationsmaterial und die Verbreitung von Informationen.

Zum Thema Jugendberufshilfe siehe Aktionsfelder im Kinder- und Jugendbereich > Bildung und Beschäftigung > Beschäftigung.

Jugendliche, die eine pädagogische betreute Wohnform suchen, wenden sich an das städtische Sozialamt (in größeren Städten gibt es innerhalb des Sozialamtes ein Jugendamt, in kleineren Gemeinden eine Vormundschaftsbehörde). Je nach der Einschätzung der Lage wird dann eine Platzierung arrangiert.

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Internationale Jugendarbeit und Mobilität

Zentrale Einrichtungen und Organisationen  
Zusammenarbeit mit Deutschland  
Zusammenarbeit mit anderen Ländern
Mobilität

Zentrale Einrichtungen

Die Kompetenzen für die nationale und internationale Jugendarbeit liegen bei den jeweiligen Kantonen, die allerdings sehr unterschiedliche Angebote für Jugendliche machen. Das einzige Gesetz auf Bundesebene ist ein Rahmengesetz zur Förderung der Jugendpartizipation. Dieses Rahmengesetz ist nicht sehr weitreichend, und viele Jugendverbände wünschen sich eine nationale Verankerung des Gesetzes. Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV, www.sajv.ch) lanciert mit anderen Partnern einen Prozess zu einem neuen Rahmengesetz, das national verankert sein soll, um die großen bestehenden Unterschiede (und Ungerechtigkeiten) zwischen den Kantonen zu nivellieren. Außerdem befasst sich eine außerparlamentarische Kommission mit dem Thema internationale Jugendarbeit. Aktuelle Themen in der internationalen Jugendarbeit sind zurzeit: europäische Kooperation, europäische Debatte, Jugend und Entwicklungszusammenarbeit, Jugend und die UNO (Partizipation und Peer-Sensibilisierung), Partizipation unter multikulturellem Gesichtspunkt.

Wichtigster Ansprechpartner für die internationale Jugendarbeit ist – neben den einzelnen Kantonsregierungen – die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände. Die Vertretung der Interessen von Jugendverbänden und Jugendlichen in internationalen Gremien und bei internationalen Anlässen liegt zu großen Teilen in ihrer Verantwortung. Die Internationale Kommission (Interko) kümmert sich um die internationale Arbeit und die Vertretung der SAJV in verschiedenen Institutionen auf nationaler und europäischer Ebene. Eine ständige Aufgabe ist es, die SAJV in den Partnerorganisationen zu vertreten und die Kontakte zu pflegen.

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Zusammenarbeit mit Deutschland

Insgesamt sind die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland sehr eng. Es findet ein intensiver grenzüberschreitender Austausch auf politischem, wirtschaftlichem, sozialem, wissenschaftlichem und kulturellem Gebiet statt. Es gibt jedoch keine besonderen Abkommen zwischen der Schweiz und Deutschland im Bereich Jugend.

Arbeit
Wer in der Schweiz seine Ausbildung machen oder arbeiten möchte, sollte sich zuvor über die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen informieren. Seit 2002 gilt auch in der Schweiz das Freizügigkeitsabkommen, das Angehörigen der EU und Schweizer(inne)n den Zugang zum Arbeits- und Dienstleistungsmarkt des Vertragspartners ermöglicht. Genauere Auskünfte erteilt das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (www.sbfi.admin.ch).

Weitere Internetseiten, die über das Thema informieren, sind die Seiten des Bundesamtes für Migration (www.bfm.admin.ch//bfm/de/home.html) und das europäische Portal zur beruflichen Mobilität EURES (https://ec.europa.eu/eures/page/homepage?lang=de).

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Zusammenarbeit mit anderen Ländern

Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (www.sajv.ch) vertritt die Schweiz auf europäischer Ebene und auf der europäiaschen Plattform von nationalen Jugenddachverbänden und internationalen Jugendorganisationen, dem Europäischen Jugendforum (EYF, www.youthforum.org).

BBC+ steht für Bodensee-Benelux-Cooperation und bezeichnet eine regionale Kooperation zwischen der Schweiz, Deutschland, Österreich, Slowakei, Niederlande, England, Irland und Luxemburg. Ziel ist es, in zwei Sitzungen pro Jahr die gemeinsame Politik im Rahmen des europäischen Dachverbandes Youth Forum Jeunesse festzulegen. Die Mitglieder tauschen sich über gegenwärtige Projekte aus, diskutieren über aktuelle Themen und Probleme und verwirklichen multilaterale Projekte. Mehr Informationen zum BBC+: www.d-n-k.org/regional-colaboration+M52087573ab0.html

Ostprojekt ist das Regionalprogramm "Jugend" der Abteilung Ostzusammenarbeit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und wird ebenfalls von der SAJV umgesetzt. Ostprojekt unterstützt Jugendprojekte, welche partizipativ organisiert und umgesetzt werden. Dazu kann eine Förderung in Höhe von bis zu 10.000 CHF vergeben werden. Ostprojekt unterstützt Projekte in Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Serbien, Moldau und Montenegro. Mehr Informationen zu dem Ostprojekt unter www.sajv.ch/de/projekte/ostprojekt.

Der Europarat, in dem die Schweiz seit 1963 Mitglied ist, stellt für die Schweiz ein wichtiges Forum für die internationale Zusammenarbeit in der Kinder- und Jugendpolitik dar. Die Schweiz hat eine Ständige Vertretung beim Europarat (www.eda.admin.ch/eda/de/home/topics/intorg/euroc/mistr.html).

2001 hat die Europäische Union (EU) das Weißbuch Jugend mit dem Titel Neuer Schwung für die Jugend Europas herausgegeben. Das Weißbuch ist eine wichtige Grundlage für die Jugendpolitik der EU und auch für die Schweiz von Bedeutung, obwohl sie nicht Mitglied der EU ist. Das Weißbuch Jugend hier als PDF.

Auch die UNO hat die Jugendpolitik in der Schweiz beeinflusst. 1997 ratifizierte die Schweiz als eines der letzten Länder die Kinderrechtskonvention mit fünf Vorbehalten, weil konservative Kreise aus Angst vor einer Unterwanderung der Elternrechte und der Bedrohung der Familie sich gegen die Konvention gestellt hatten. Neben weiteren Mitgliedstaaten entsendet auch die Schweiz Jugendvertreter/-innen (youth delegates oder youth reps, www.sajv.ch/de/projekte/youth-rep) in ihren Delegationen zur UNO-Generalversammlung. Sie setzen sich intensiv mit Themen der schweizerischen internationalen Zusammenarbeit auseinander und erarbeiten Positionen für eine internationale Jugendpolitik. Gemeinsam mit Vertretern des EDA und der SAJV bereiten sie sich für die UNO-Generalversammlung und andere UNO-Gremien vor. Sie arbeiten auch mit den Youth Reps anderer Länder zusammen und nehmen an diversen internationalen Anlässen teil. Weiter sensibilisieren sie andere Jugendliche für Fragen der internationalen Jugendpolitik und informieren eine breite Öffentlichkeit über ihre Tätigkeiten und Erfahrungen.

Die von der UNESCO erarbeiteten Grundlagen für Jugendarbeit sind die älteste Quelle für die Bemühungen der Schweizer Regierungen im Bereich der außerschulischen Jugendarbeit. (Quelle: Frossard, Stanislas. Entstehung und Entwicklung der Jugendpolitik in den Kantonen, Chavannes-près-Renens, 2003)

Schweizerische UNESCO-Kommission: www.unesco.ch

Die Schweiz ist Mitglied in der Internationalen Organisation für Frankophonie (Organisation Internationale de la Francophonie, OIF: www.francophonie.org) und im Rat der französischsprachigen Jugend (Conseil International de la Jeunesse Fran-cophone, CIJEF: www.jeunesse.francophonie.org).

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Mobilität

Die Schweiz ist Mitglied in der European Youth Card Association (EYCA). Zur Zeit gibt es keine Vergünstigungen mit der European Youth Card in der Schweiz.

Im europäischen Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION ist die Schweiz seit 2014 Partnerland und musste ihren Status als Programmland abgeben. Hintergrund ist, dass mit der Volksabstimmung "Gegen Masseneinwanderung" am 9. Februar 2014 in der Schweiz der Grundsatz des freien Personenverkehrs in Frage gestellt wurde. Nachdem seither die ch Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit als Nationalagentur die Umsetzung des Programms übernommen hatte, ist seit dem 1. Januar 2017 die neu gegründete Schweizer Agentur Movetia für die Umsetzung des nationalen Parallelangebotes zu Erasmus+ verantwortlich.

Im November 2017 hat der Schweizer Nationalrat entschieden, die bestehende Schweizer Lösung als Ersatz des EU-Bildungsprogramms Erasmus+ drei weitere Jahre fortzuführen und die dafür notwendigen finanziellen Mittel wurden ausgesprochen. Gleichzeitig wurden die Verhandlungen mit dem Ziel der Vollassoziierung an Erasmus+ ab 2021 wieder aufgenommen.

Weitere Informationen zur Schweiz für junge Leute auf dem Europäischen Jugendportal: http://europa.eu/youth/CH_de

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Impressum
ImpressumBild: MIH83 / pixabay.com

Impressum - Schweiz

Die Länderinfos zur Schweiz wurden zusammengestellt von: IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit Katrin Althoetmar

Letzte Aktualisierung: November 2017

Kontakt: dija@ijab.de